Studie Uni Heidelberg über Grüne Smoothies und Brokkoli-Sprossen gegen Krebs

Die Uniklinik Heidelberg hat interessantes im Rahmen einer Krebs-Studie über den Brokkoli-Inhaltsstoff Sulforaphan – und nebenbei auch etwas über Grüne Smoothies – veröffentlicht.

Im nachfolgenden ein paar Auszüge daraus:

Brokkoli-Inhaltsstoff Sulforaphan, der in Laborversuchen und Mäusen sehr gute Wirkung gegen die besonders aggressiven Tumorstammzellen des Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigt…

Seit der Antike kennt man die heilsame Wirkung der Kreuzblütlerpflanzen. Zu diesen zählen Brokkoli und Blumenkohl, sowie sämtliche weiteren Kohlsorten, aber auch Kresse, Kapuzinerkresse, Rucola, Rettich, Radieschen, Meerrettich, Raps und Senf. Inzwischen hat man die wirksamen Substanzen dieser Pflanzenfamilie isoliert. Es handelt sich um Senfölglykoside von denen mehr als 150 verschiedene bekannt sind und die in unterschiedlichen Mengen in den zahlreichen Vertretern der Kreuzblütler vorkommen. Diese machen den scharfen Geschmack von Rettich, Meerrettich und Senf oder den teilweise bitteren Geschmack verschiedener Kohlsorten aus. Eines der bekanntesten und am besten untersuchten Senfölglykoside ist das Glukoraphan, das in die aktive Substanz Sulforaphan gespalten wird, welches wir in unseren experimentellen Studien angewendet haben. Sulforaphan gibt es als Reinsubstanz noch nicht als Medikament zu kaufen. Man kann jedoch Sulforaphan über die Ernährung in therapeutisch wirksamen Dosen aufnehmen. Eine prospektive epidemiologische Ernährungsstudie bei Patienten mit Prostatakrebs hat gefunden, dass der häufige Verzehr von Brokkoli oder Blumenkohl (3-5 Portionen in der Woche) das Risiko der Streuung des Tumors auf 50% verringert. In weiteren epidemiologischen Studien wurde eine krebsvorbeugende Wirkung von Kohlgemüse allgemein nachgewiesen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Sulforaphan und seine Verwandten gegen Entzündungen und Infektionen mit Bakterien und Viren helfen und das Tumorwachstum hemmen. Ebenso zeigen neueste Daten eine positive Beeinflussung der Darmflora durch Kohlgemüse. Eine gesunde Darmflora ist wichtig zur Stärkung des Immunsystems und damit für eine verbesserte Tumorabwehr.

 

Sulforaphan gegen Tumorstammzellen

Wir waren weltweit die Ersten, welche in Laborversuchen und Mäusen zeigen konnten, dass Sulforaphan auch die besonders aggressiven Tumorstammzellen in experimentellen Modellen des Pankreaskarzinoms angreift und diese dadurch für die Chemotherapie empfindlich macht. Nach der Hypothese sind Tumorstammzellen verantwortlich für die Entstehung und Streuung von Krebs. Sie überleben eine herkömmliche Chemo- und Radiotherapie.  Da die normalen Tumorzellen empfindlicher sind sterben diese unter Therapie ab und die Geschwulst wird häufig kleiner, besonders während der ersten Therapiezyklen. Da aber die resistenten Tumorstammzellen übrig bleiben, können diese den Tumor erneut ausbilden. Wir sehen sogar, dass die Tumorstammzellen während wiederholter Behandlungen angereichert werden und daher der Tumor nach mehreren Zyklen resistent geworden ist. Eine Ernährung mit Sulforaphan-haltigen Gemüsen könnte daher einer solchen Anreicherung von Tumorstammzellen entgegenwirken.

 

Genaue Dosierung von Sulforaphan bei Patienten ist unbekannt

Nährungswert: 25,2 mg Sulforaphan für einen 70 kg schweren Menschen

Aufnahme von Sulforaphan über Kohlgemüse und Brokkolisprossen

Am besten erhalten bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe wenn man Brokkoli und andere Kohlsorten entweder roh verspeist und gut kaut, kurz dämpft oder kurz in Fett anbrät. Sulforaphan ist wasserlöslich, d.h., wenn man Brokkoli kocht, sollte das Kochwasser nicht wegschüttet, sondern zur Zubereitung einer Soße oder Suppe verwendet werden. Mikrowellen zerstören die bioaktiven Inhaltsstoffe. Eine sehr gute Sulforaphan-Quelle können Brokkolisprossen  sein, die je nach Sorte und Wachstumsbedingungen 10- bis 100-mal soviel des Sulforaphanvorläufers Glukoraphan wie ausgewachsener Brokkoli enthalten können. Sie können Brokkolisprossen selbst keimen oder Sulforaphan-haltige Produkte aus dem Internet bestellen.

 

Bitte beschränken Sie sich bei der Sprossenzucht nicht auf Brokkoli. Auch für andere Mitglieder der Kreuzblütler wurden heilsame Wirkungen nachgewiesen, z.B. Senf, Radieschen, Rettich, Meerrettich, Kresse, Kapuzinerkresse, Rucola, Rosenkohl, Blumenkohl und Grünkohl.  Besonders interessant ist Brokkoletti Samen, der von einer Brokkoli-Wildform stammt, welche vermutlich besonders viel Sulforaphan besitzt. Sehr wohlschmeckend sind auch Sprossen von weißem Senf (scharf), Radieschen (dekorativ rot) oder Kresse. Achtung: sollten die Sprossen beim Keimen in Tonschalen verderben, reinigen Sie die Tongefäße gut mit einer Spülbürste und klarem Wasser und desinfizieren Sie die Gefäße durch Erhitzung im Backofen für 45 min bei 200°C.

Nebenwirkungen von Brokkolisprossen:

Kohlpflanzen können Blähungen verursachen und enthalten Schwefel, was sich bei der Verdauung bemerkbar machen kann. Keimlingssprossen enthalten aber auch viele Ballaststoffe und wirken daher positiv auf die Verdauung. Zudem wirkt Sulforaphan indirekt antioxidativ. Bekannte Antioxidantien sind Vitamine und derzeit wird kritisch diskutiert, ob solche Substanzen die Wirkung einer Chemo- und Radiotherapie abschwächen. Klare Daten hierzu gibt es nicht. Wir haben diesen Punkt an Mäusen getestet und finden keine Abschwächung, sondern eine Verstärkung der Chemotherapie: verschiedene Zytostatika beseitigen Tumorzellen besser, wenn Sulforaphan gleichzeitig gegeben wird. Dies sind Laborversuche, die vielversprechend sind, aber nicht nahtlos auf die Situation am Patienten übertragen werden können – hierzu ist eine Patientenstudie notwendig.

Weitere Forschungsprojekte:

Wir konnten inzwischen nachweisen, dass noch ein weiterer Stoff aus Brokkoli, das PolyphenolQuercetin, ebenfalls gegen pankreatische Tumorstammzellen wirkt und damit die Wirkung von Sulforaphan ergänzt. Quercetin findet sich in vielen weiteren Obst- und Gemüsesorten, darunter Zitrusfrüchte, Äpfel, Zwiebeln, Beeren, Petersilie, Salbei, Trauben, Olivenöl sowie in Grünem und schwarzen Tee. Weltweite Forschungsteams haben nun entdeckt, dass viele Pflanzen Inhaltsstoffe enthalten, welche die Tumorstammzellen angreifen. Nachgewiesen hat man solche Stoffe bisher in Hülsenfrüchten (Genistein aus Sojabohnen), Curcuma (Curcumin, enthalten z.B. in Curry), Tomaten (Lycopen), Weintrauben, Beeren, Pflaumen und Erdnüssen (Resveratrol, z.B. auch in Rotwein), schwarzem Pfeffer (Piperin), Grünem Tee (EGCG), Fisch, Eigelb und Lebertran (Vitamin D). Bei Vitamin D ist zu beachten dass nur etwa 10% mit der Nahrung zugeführt werden und die restlichen 90% über Sonneneinstrahlung auf die Haut gebildet werden.

 

Brokkoli und seine Sprossen alleine sind mit Sicherheit kein Wundermittel, das man wie eine Kopfschmerztablette einnimmt und dann wird alles wieder gut. Wichtig zur Aufnahme einer breitgefächerten Wirkstoffmischung gegen Tumorstammzellen ist eine ausgewogene, überwiegend pflanzliche Ernährung mit hohem Rohkostanteil. Tägliche Bewegung im Freien für mindestens 30 min ist wichtig um die Vitamin D Speicher zu füllen, für einen gesunden Stressausgleich und sorgt für gute Laune.

 

Grüner Smoothie als Frühstück

Viel für Ihr Immunsystem getan haben Sie bereits, wenn Sie morgens einen frisch im Mixer zubereiteten grünen Smoothie zu sich nehmen anstelle des weit verbreiteten üblichen Frühstücks mit Kaffee, Brot, Kuchen, Butter, Wurst, Ei und Marmelade…. Der Smoothie wird zubereitet aus Salaten und/oder selbst gesammelten Wildkräutern (z.B. Brennessel, junger Löwenzahn, Klee, Spitzwegerich, Butterblume, junger Sauerampfer, Gundermann, Gänseblümchen, Knoblauchsrauke, Schafgarbe, Springkraut/Blüten, Blätter und Früchte von Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren…), selbst-gekeimten Brokkolisprossen, Leinöl, Walnussöl, Avocado. Viele Variationen der Zusammensetzung des Smoothies sind denkbar. Bei der Zubereitung des Smoothies mit selbst-gesammelten Wildkräutern schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie haben Bewegung an der frischen Luft (Vitamin D, Stressausgleich, Anti-Depressiv) und Ihr Körper bekommt konzentrierte bioaktive Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralien zur Stärkung der Abwehrkräfte.

Hier gehts direkt zur Studie der Uni Heidelberg

Suse

Mir ist aufgefallen, dass die Krebsforschung in Ländern des nahen Ostens uns Asien scheinbar deutlich fortschrittlicher und auch alternative ist, als bei uns. Es gibt dort zahlreiche Versuche mit verschiedenen Kräutern, die in der Lage sind, Tumorzellen zu zerstören oder zumindest am Wachstum zu hindern. In einem Artikel bei kraeuter-buch.de http://www.kraeuter-buch.de/magazin/kraeuter-gegen-krebs-%E2%80%93-wichtige-heilpflanzen-vorgestellt-53.html werden einige Kräuter vorgestellt, die allesamt gegen unterschiedliche Krebsarten wirken können.

Das mit dem Brokkolie kannte ich noch nicht, wohl aber, dass Senfölglykoside auch eine tumorhemmende Wirkung haben. Ich habe den Artikel gern einigen Bekannten von mir empfohlen.

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